Schwer (auch Oberstufe) – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de Tue, 11 Dec 2018 10:05:56 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 https://segu-geschichte.de/wp-content/uploads/2017/09/cropped-segugeschichtelogo2-32x32.jpg Schwer (auch Oberstufe) – segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht https://segu-geschichte.de 32 32 Rote Armee Fraktion | Terrorismus https://segu-geschichte.de/rote-armee-fraktion/ Fri, 16 Dec 2016 16:02:03 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=16637 Bundesrepublik Deutschland | Modul 7 | Verstehen und urteilen | Terror | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Emblem der RAF – Rote Armee Fraktion | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikipedia): Bild anklicken   In den 1970er Jahren war der Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland vorherrschendes Thema. Eine Minderheit der Studentenbewegung der 1968er sah – weil die erhoffte Revolution der Gesellschaft ausblieb – den bewaffneten Kampf gegen den Staat und Repräsentanten der Wirtschaft als geeignetes Mittel an, ihre politischen Ziele durchzusetzen. Die wichtigste Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF) entstand 1970. Im sogenannten „Deutschen Herbst“ erreichte der Terror seinen Höhepunkt.   Aufgaben Stichworte zum Modul Deutscher Herbst 1977 | RAF Rote Armee Fraktion | BRD Bundesrepublik Deutschland | Hans ... weiterlesen ...

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Bundesrepublik Deutschland | Modul 7 | Verstehen und urteilen | Terror | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

Emblem der RAF – Rote Armee Fraktion | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikipedia): Bild anklicken

 

In den 1970er Jahren war der Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland vorherrschendes Thema. Eine Minderheit der Studentenbewegung der 1968er sah – weil die erhoffte Revolution der Gesellschaft ausblieb – den bewaffneten Kampf gegen den Staat und Repräsentanten der Wirtschaft als geeignetes Mittel an, ihre politischen Ziele durchzusetzen. Die wichtigste Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF) entstand 1970. Im sogenannten „Deutschen Herbst“ erreichte der Terror seinen Höhepunkt.

 

Aufgaben

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Stichworte zum Modul Deutscher Herbst 1977 | RAF Rote Armee Fraktion | BRD Bundesrepublik Deutschland | Hans Martin Schleyer | Ulrike Meinhof | Heinrich Böll | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Völkermord an den Armeniern | Streit um ein Wort https://segu-geschichte.de/voelkermord/ Wed, 16 Nov 2016 09:38:50 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=3675 Erster Weltkrieg | Modul 9 | Verstehen und Urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Tsitsernakaberd | Denkmal an den Armenier-Genozid, Foto 2015 | Vergrößerte Bildansicht und Bildnachweis (Soghomon Matevosyan, Tsitsernakaberd 102, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken   Das 20. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche gewaltsame Ereignisse. Nicht nur die beiden Weltkriege forderten viele Millionen Tote. Übersteigerter Nationalismus und rassistische Ideologien führten seit Beginn des Jahrhunderts zur Auslöschung von Menschengruppen nur aufgrund ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft oder ihrer Religion, die auf Anordnung der Regierung eines Staates systematisch ermordet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Holocaust an den europäischen Juden in den Jahren 1941 bis 1945. Andere Beispiele solcher systematischen Massentötungen sind die Deportationen und ... weiterlesen ...

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Erster Weltkrieg | Modul 9 | Verstehen und Urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

Armenier GenozidTsitsernakaberd | Denkmal an den Armenier-Genozid, Foto 2015 | Vergrößerte Bildansicht und Bildnachweis (Soghomon Matevosyan, Tsitsernakaberd 102, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

Das 20. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche gewaltsame Ereignisse. Nicht nur die beiden Weltkriege forderten viele Millionen Tote. Übersteigerter Nationalismus und rassistische Ideologien führten seit Beginn des Jahrhunderts zur Auslöschung von Menschengruppen nur aufgrund ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft oder ihrer Religion, die auf Anordnung der Regierung eines Staates systematisch ermordet wurden. Das bekannteste Beispiel ist der Holocaust an den europäischen Juden in den Jahren 1941 bis 1945. Andere Beispiele solcher systematischen Massentötungen sind die Deportationen und Massentötung der Armenier im Osmanischen Reich 1915/16, die „Killing Fields“ der Roten Khmer in Kambodscha 1975 bis 1979 oder die Ermordung Tutsi in Ruanda 1994.

Darüber, ob solche Ereignisse auch als Völkermord (oder Genozid) bezeichnet werden, gibt es häufig Streit. Während der Holocaust (von wenigen Holocaust-Leugnern abgesehen) oder die Ermordung der Tutsi in Ruanda als Völkermorde bezeichnet werden und anerkannt sind, gibt es bis heute intensive Debatten darüber, ob die Deportationen und Massentötung der Armenier (und auch der Assyrer und Aramäer) während des Ersten Weltkriegs Völkermord genannt werden soll oder nicht. Eine Massentötung als Völkermord zu bezeichnen, ist nicht nur eine moralische Frage oder eine historische Interpretation. Unter dem Eindruck des Holocausts verabschiedete die UNO 1948 die Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide. Die UNO, das Europäische Parlament und viele Staaten haben die die Ereignisse von 1915/16 auf Grundlage der UN-Konvention rückwirkend als Völkermord anerkannt. Erfolgt eine solche Anerkennung, ergeben sich für die Täter bzw. Täterstaaten immer auch rechtliche Konsequenzen: Sie können vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden oder müssen Entschädigungen an die Opfer zahlen. Deshalb gibt es Personen, Staatsregierungen oder Institutionen, die es strikt ablehnen, die Ereignisse von 1915/16 als Völkermord zu bezeichnen und anzuerkennen. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat eine offizielle Anerkennung lange abgelehnt. Im Juni 2016 hat der Bundestag in einer Resolution den Begriff „Völkermord“ offiziell verwendet – die Bundesregierung allerdings vermeidet den Begriff bis heute.

Im April 2015 jährte sich der Beginn der Deportationen und der Massentötung der Armenier zum 100. Mal. Anlässlich des Jahrestages gab es zahlreiche Gedenkfeiern. Viele Politiker und andere Persönlichkeiten haben sich zu den Ereignissen geäußert. In den Berichten über die Gedenkfeiern und Reden spielte eine Frage immer eine besondere Rolle: Wird vom Völkermord gesprochen oder nicht? In diesem Modul sollst du herausfinden, warum Ereignisse der Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein Streit auslösen können.

 

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Stichworte zum Modul Streit um ein Wort Völkermord | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Armenier | Genozid an den Armeniern | Gauck | Erdogan | Franziskus | Steinmeier

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Der 13. Februar | Gedenken an die Zerstörung von Dresden https://segu-geschichte.de/dresden/ Tue, 08 Nov 2016 12:53:25 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=5539 Zweiter Weltkrieg | Modul 6 | Klassenmodul: Drei Wände-Methode | Verstehen und urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Richard Peter: Blick vom Rathausturm, Foto von 1945 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0000010 Blick vom Rathausturm, CC BY-SA 3.0 DE‎, Wikimedia): Bild anklicken   Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.   Jedes Jahr am 13. Februar wird in Dresden an die Zerstörung der Stadt durch die britische Luftwaffe erinnert. Anders als die meisten Städte in Deutschland war Dresden bis dahin von Bombardements aus der Luft verschont geblieben. Durch den massiven Abwurf von Spreng- und Brandbomben wurde in der Stadt ein Feuersturm entfacht, bei ... weiterlesen ...

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Zweiter Weltkrieg | Modul 6 | Klassenmodul: Drei Wände-Methode | Verstehen und urteilen | Streit um Geschichte | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

DresdenRichard Peter: Blick vom Rathausturm, Foto von 1945 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0000010 Blick vom Rathausturm, CC BY-SA 3.0 DE‎, Wikimedia): Bild anklicken

 

Achtung! Dieses Klassenmodul könnt ihr nur bearbeiten, wenn sich die ganze Klasse beteiligt.

 

Jedes Jahr am 13. Februar wird in Dresden an die Zerstörung der Stadt durch die britische Luftwaffe erinnert. Anders als die meisten Städte in Deutschland war Dresden bis dahin von Bombardements aus der Luft verschont geblieben. Durch den massiven Abwurf von Spreng- und Brandbomben wurde in der Stadt ein Feuersturm entfacht, bei dem die gesamte Innenstadt ausbrannte und fast vollständig zerstört wurde – wie auf dem Foto oben zu sehen. Beim Luftangriff vom Februar 1945 wurden etwa 25.000 Menschen getötet.

Der Luftkrieg spielte im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle: Flugzeuge wurden dazu eingesetzt, Spreng- oder Brandbomben über Zielen des Gegners abzuwerfen. Durch den Luftkrieg sollten die Verkehrs- und Infrastruktur und kriegswichtige Industrieanlagen zerstört werden. Eine zweite Strategie war die Bombardierung von Städten und das gezielte Töten von Zivilisten, um auf diese Weise den Kriegsgegner zu schwächen.

Die deutsche Luftwaffe setzte die Strategie in der Anfangsphase des Krieges vor allem gegen Polen (in Warschau starben dabei 20.000 Menschen) und gegen Großbritannien ein (bei Bombenangriffen auf London kamen etwa 40.000 Menschen ums Leben). Luftangriffe auf Städte im Deutschen Reich führten die britische und amerikanische Luftwaffe seit 1942. Im Laufe des Krieges wurden fast alle deutschen Groß- und Kleinstädte aus der Luft angegriffen und dabei im Durchschnitt etwa die Hälfte der Gebäude zerstört – die meisten in den Innenstädten. Über die Gesamtzahl der bei den Bombardements getöteten Menschen gibt es keine Klarheit, weil in der Endphase des Krieges viele Menschen auf der Flucht waren und die Toten nicht immer genau erfasst wurden. Nach heutigen Schätzungen wurden zwischen 300.000 und 500.000 Menschen getötet.

In keiner anderen Stadt zieht das Gedenken an den Bombardierung deutscher Städte so viel Aufmerksamkeit auf sich wie am 13. Februar in Dresden. Schon 1946 wurde an diesem Tag eine Gedenkfeier abgehalten. Seit dem Jahr 2000 treffen sich Rechtsextreme und Neonazis zu einem „Trauermarsch“ in Dresden. Sie behaupten auch, dass bei den Angriffen nicht 25.000, sondern 250.000 Menschen gestorben seien (eine Zahl, die bereits kurz nachdem Krieg behauptet wurde; eine unabhängige Historiker-Kommission hat 2006 in ihrem Bericht die Zahl von 25.000 bestätigt). Am 13. Februar 2005 fand in Dresden mit etwa 6500 Teilnehmern die bisher größte Demonstration von Rechtsextremen in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Gegen den „Trauermarsch“ demonstrieren jedes Jahr verschiedene andere Gruppen durch eigene Gedenkfeiern – beispielsweise durch eine Menschenkette rund um die Altstadt im Jahr 2011.

In diesem Modul erfährst du, weshalb um das Gedenken am 13. Februar gestritten wird und sollst dein eigenes Urteil fällen.

 

Aufgabe

1 | Informiert euch genauer über die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 und den Streit um das Gedenken am 13. Februar. Nehmt euch 20 Minuten Zeit zur Vorbereitung. Lest euch zuerst den Absatz zur Bewertung der Luftangriffe auf Dresden durch. Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr euch die beiden Artikel unter „Zusatzinformationen“ durchlesen. Notiert euch wichtige Informationen in Stichpunkten.

Auf der Wikipedia-Seite Luftangriffe auf Dresden kannst du dich genauer über strittige militärische, ethische und rechtliche Bewertungen der Zerstörung Dresdens informieren.

Zusatzinformationen

Auf der Wikipedia-Seite Gedenken an den 13. Februar erfährst du, welche verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie an den 13. Februar erinnern wollen

Im Artikel Warum genügen 25.000 Tote von Dresden nicht? der Tageszeitung „Die Welt“ vom 7. Februar 2013 kannst du dich über den Streit um die Zahl der bei der Bombardierung Dresdens getöteten Menschen informieren.

 

2 | Anschließend sollt ihr die Drei-Wände-Methode durchführen. Eine Schülerin oder ein Schüler liest den ersten Satz unten auf der Liste laut vor. Jede Schülerin und je­der Schüler muss sich jetzt entscheiden und geht zu einer der folgenden drei Wände in eurem Klassen­zimmer:  

 

Wer zustimmt und den Satz mit JA beantwortet, geht zur Türseite.

Wer ablehnt und den Satz mit NEIN beantwortet, geht zur Fens­terseite.

Wer UNENTSCHIEDEN ist, geht an die Rückwand.

 

drei-waende

 

Dann sollt ihr über den Satz diskutieren. Dafür braucht ihr z.B. eine leere Plastik-Trinkflasche. Wenn sich jemand meldet, werft ihm oder ihr die Flasche (vorsichtig!) zu. So organisiert ihr eine Meldekette. Beachtet: Nur wer die Flasche hat, darf reden! Wenn die Diskussion beendet ist oder sich im Kreis dreht, könnt ihr den nächsten Satz vorlesen. Wurden alle Sätze vorgelesen, könnt ihr auch eigene Sätze vor­schlagen.  

 

Satz 1  

Die Zerstörung Dresdens war aus militärischer Sicht sinnlos. Das gezielte Töten tausender Zivilisten war deshalb ein Kriegsverbrechen der Briten und Amerikaner.

Satz 2  

Die Zerstörung Dresdens und anderer deutscher Städte muss im Zusammenhang gesehen werden: Das Deutsche Reich hat mit dem Luftkrieg gegen Polen und Großbritannien begonnen. So ist es gerechtfertigt, dass die Alliierten später auch deutsche Städte bombardiert haben.

Satz 3 

Der britische Philosoph Anthony Clifford Grayling wird im ersten Wikipedia-Artikel mit den Worten zitiert: „Selbst wenn die alliierte Bomberoffensive teilweise oder völlig moralisch verwerflich gewesen sein sollte, reicht dieses Unrecht auch nicht annähernd an die moralische Ungeheuerlichkeit des Holocaust heran.“ Ich stimme ihm zu.

Satz 4   Es ist wichtig, dass in Dresden jedes Jahr am 13. Februar viele Tausend Menschen auf die Straße gehen, um an die Zerstörung der Stadt zu erinnern.

 

Stichworte zum Modul Der 13. Februar | Gedenken an die Zerstörung Dresdens | Drei Wände-Methode | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Urteilen | Zweiter Weltkrieg 

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Investiturstreit | „Steige herab, steige herab!“ https://segu-geschichte.de/investiturstreit/ Sat, 29 Oct 2016 13:58:06 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15458 Herrschaft im Mittelalter | Modul 4 | Verstehen und Urteilen | Herrschaft ◻◻◻ schwer | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 30 min Links: Heinrich IV. bittet Mathilde von Tuszien und seinen Taufpaten Abt Hugo von Cluny um Vermittlung, Codex Vaticanus, um 1115 | rechts: Darstellung Gregors VII. Beginn der Vita Gregorii VII. Pauls von Bernried, 12. Jh. | Bildnachweis linkes Bild (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken – rechtes Bild (Public Domain, Wikimedia): hier klicken   Die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs hatten im europäischen Mittelalter eine besonders hohe Machtstellung, denn sie verstanden sich – seit der Krönung Karls des Großen im Jahr 800 in Rom – als Nachfahren der römischen Kaiser und oberste Herren der Christenheit. Ihr Herrschaftsgebiet ... weiterlesen ...

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Herrschaft im Mittelalter | Modul 4 | Verstehen und Urteilen | Herrschaft ◻◻◻ schwer | ca. 30 min | optionale vertiefende Aufgabe: 30 min

investiturstreitLinks: Heinrich IV. bittet Mathilde von Tuszien und seinen Taufpaten Abt Hugo von Cluny um Vermittlung, Codex Vaticanus, um 1115 | rechts: Darstellung Gregors VII. Beginn der Vita Gregorii VII. Pauls von Bernried, 12. Jh. | Bildnachweis linkes Bild (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken – rechtes Bild (Public Domain, Wikimedia): hier klicken

 

Die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs hatten im europäischen Mittelalter eine besonders hohe Machtstellung, denn sie verstanden sich – seit der Krönung Karls des Großen im Jahr 800 in Rom – als Nachfahren der römischen Kaiser und oberste Herren der Christenheit. Ihr Herrschaftsgebiet umfasste im 11. Jahrhundert über weite Teile Mitteleuropas – wie du auf der Karte sehen kannst. Die Kaiser waren die höchsten Repräsentanten der weltlichen Macht.

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Bildnachweis (© Sémhur / Wikimedia Commons, Holy Roman Empire 1000 map-de, CC BY-SA 4.0, Wikimedia): Bild anklicken

Die Kirche als geistliche Macht stand in Konkurrenz zur weltlichen Macht der Kaiser, Könige und des Adels. Sowohl der Papst als auch der Kaiser erhoben für sich den Anspruch, den Willen Gottes auf Erden zu vertreten – und kämpften um ihr Ansehen und ihre Autorität. Zudem versuchten beide Seiten, sich Einfluss über ihren Grundbesitz zu verschaffen. Sie stritten um materielle Güter und (da war das Mittelalter nicht anders als heute) um Geld.

Im 11. Jahrhundert entwickelte sich vor diesem Hintergrund ein handfester Konflikt zwischen Kaisertum und Papsttum: der sogenannte Investiturstreit. Das Wort Investitur (lateinisch: vestire bekleiden) bezeichnet die Einsetzung eines Bischofs oder anderer kirchlicher Würdenträger. Der Papst erhob den Anspruch, die Investitur sei innere Angelegenheit der Kirche. Bereits im 10. Jahrhundert aber hatten sich die Kaiser über diese Regel hinweggesetzt und eigenmächtig Bischöfe ernannt, weil diese auch wichtige „weltliche“ Aufgaben als Landesherren ausübten. Der 1073 ins Amt eingeführte Papst Gregor VII. war ein entschiedener Gegner dieser Praxis. Auslöser war die Investitur des Mailänder Bischofs durch Heinrich IV. (er war zwischen 1053 und 1084 „römischer König“, also „Kaiser-Anwärter“. und wurde 1084 zum Kaiser gekrönt).

In diesem Modul erfährst du, wie sich der Konflikt zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. weiterentwickelte und welche Folgen er hatte. Im folgenden Quiz lernst du wichtige Ereignisse und einige wichtige Zitate des Investiturstreits genauer kennen.

 

 Aufgaben

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Stichworte zum Modul Investiturstreit | Canossa | Kaiser Heinrich IV. | Papst Gregor VII. | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Auschwitz-Birkenau 1944 | Fotos aus zwei Perspektiven https://segu-geschichte.de/auschwitz-birkenau/ Mon, 10 Oct 2016 09:50:37 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=15065 Judenverfolgung und Holocaust | Modul 5 | Bildquellen untersuchen: Fotos | Holocaust | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Unbekannter Fotograf: Selektion auf der Rampe von Auschwitz Birkenau | Foto 35 aus dem Auschwitz-Album | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Das größte Konzentrations- und Vernichtungslager errichtete die SS nahe der Stadt Auschwitz im besetzten Polen. Das Stammlager Auschwitz wurde im Mai 1940 auf dem Gelände einer ehemaligen polnischen Kaserne eingerichtet – mit dem bekannten Schriftzug über dem Lagertor: „Arbeit macht frei“. Ab 1941 wurde drei Kilometer entfernt mit dem Bau des weit größeren Arbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau begonnen. Anders als in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor oder Belzec, wo alle ankommenden Menschen sofort ermordet wurden, fanden ... weiterlesen ...

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Judenverfolgung und Holocaust | Modul 5 | Bildquellen untersuchen: Fotos | Holocaust | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

selection_birkenau_rampUnbekannter Fotograf: Selektion auf der Rampe von Auschwitz Birkenau | Foto 35 aus dem Auschwitz-Album | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Das größte Konzentrations- und Vernichtungslager errichtete die SS nahe der Stadt Auschwitz im besetzten Polen. Das Stammlager Auschwitz wurde im Mai 1940 auf dem Gelände einer ehemaligen polnischen Kaserne eingerichtet – mit dem bekannten Schriftzug über dem Lagertor: „Arbeit macht frei“. Ab 1941 wurde drei Kilometer entfernt mit dem Bau des weit größeren Arbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau begonnen. Anders als in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor oder Belzec, wo alle ankommenden Menschen sofort ermordet wurden, fanden auf der Rampe von Auschwitz-Birkenau sogenannte „Selektionen“ statt. Alte Menschen, Kinder und die meisten Frauen wurden kurz nach ihrer Ankunft in Gaskammern ermordet und anschließend in einem der sechs Krematorien verbrannt. Auf dem Foto oben steht diese Gruppe auf der linken Seite. Rechts daneben sind Männer zu sehen, die von den SS Wachmannschaften für „arbeitsfähig“ befunden wurde. Als Häftlinge des Arbeitslagers mussten sie schwere körperliche Arbeiten verrichten. Viele von ihnen starben innerhalb weniger Wochen oder Monate an den Folgen dieser Arbeit, an Unterernährung und Krankheiten.

Die SS hatte kein Interesse daran, dass die Massentötungen in den Vernichtungslagern dokumentiert wurden, um keine Beweise zu hinterlassen. Deshalb gibt es nur sehr wenige Fotos aus Auschwitz-Birkenau vor seiner Befreiung 1945. Bis heute sind Fotos von nur zwei Fotografen bekannt. Schau dir zunächst die beiden Fotos an und bearbeite dann die Aufgaben am Seitenende.

 

Foto 1 | „Selektion“ auf der Rampe Auschwitz Birkenau | Mai 1944

Unbekannter Fotograf (Angehöriger der SS-Wachmannschaften), Foto Nr. 12 aus dem Auschwitz-Album | Bildnachweis (Bundesarchiv Bild 183-N0827-318, KZ Auschwitz, Ankunft ungarischer Juden, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia): Bild anklicken

auschwitz-selektion

Das sogenannte Auschwitz-Album (ein Fotoalbum mit der Überschrift: „Umsiedlung der Juden aus Ungarn“) wurde von einem Angehörigen der SS-Totenkopf-Wachmannschaft (der Name des Fotografen ist unbekannt) zusammengestellt. Es dokumentiert die Ankunft und „Selektion“ eines ankommenden Güterzugs mit deportierten jüdischen Menschen aus Ungarn im Mai 1944. Die insgesamt 193 Aufnahmen enden mit Fotos von Frauen und Kindern kurz vor ihrer Ermordung in den Gaskammern. Auf den Seiten von Yad Vashem kannst du dir das ganze Album ansehen.

Zu welchem Zweck und für welchen Adressaten das Album erstellt wurde ist nicht bekannt. Die Bezeichnung „Umsiedlung“ verharmlost das Geschehen, es werden auch keine Fotos von getöteten Menschen gezeigt. Das kann auch daran liegen, dass den SS-Männern das Fotografieren im Bereich der Gaskammern und Krematorien nicht gestattet war. Es ist einem Zufall zu verdanken, dass die Fotos den Krieg überdauert haben. Eine Überlebende fand das Album nach der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora in einer verlassenen SS-Kaserne. Die Fotos wurden nach dem Krieg veröffentlicht.

Entstehung und Perspektive des Fotos

Eine „Selektion“ auf der Rampe von Auschwitz war ein äußerst brutaler Vorgang. Die Menschen, die in Auschwitz ankamen, wussten nicht, was passieren würde, wenn sich die Türen der Viehwaggons nach der strapaziösen Fahrt öffneten. Sie wurden beim Aussteigen von den SS-Wachmannschaften angeschrien und von Schäferhunden angebellt. Die Menschen waren schockiert, weil Familien sofort auseinandergerissen wurden. In dieser Situation ist das Foto entstanden. Ein Angehöriger der SS-Wachmannschaften stand mit seiner Kamera auf der Rampe und fotografierte die Gruppe der alten Menschen, Frauen und Kinder aus einer Entfernung von wenigen Metern. Hinter den SS-Männern standen die gerade von ihren Frauen und Kindern getrennten Männer und Väter. Die Frauen und Kinder wurden (wie man auf weiteren Fotos des Auschwitz-Albums sehen kann) anschließend zu den Gaskammern gebracht. Sie wurden kurze Zeit nach Entstehung des Fotos ermordet.

Folgende Situationsskizze zeigt, wie das Foto entstanden ist und was die Frauen und Kinder sahen, als das Foto aufgenommen wurde: 

 

Foto 2 | Frauen werden in die Gaskammern getrieben | Mitte 1944

Fotograf: Alberto Errera, geheim aufgenommenes Foto (genauer Zeitpunkt der Aufnahme unklar, zwischen Mai und August 1944) | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken

auschwitz-gaskammern

Neben dem Auschwitz Album gibt es noch vier Fotos, die der Häftling Alberto Errera aufgenommen hat. Eines davon zeigt, wie Frauen in die Gaskammern getrieben werden, zwei andere die Verbrennung von Leichen. Errera, der einer Widerstandsgruppe im Lager angehörte und später selbst in Auschwitz getötet wurde, war Angehöriger der sogenannten Sonderkommandos, die in den Gaskammern und Krematorien arbeiten mussten – die SS zwang Häftlinge zu diesen Arbeiten. Er wollte das Geschehen dokumentieren, um auf die Massentötungen aufmerksam zu machen. Es erforderte bereits einen hohen Aufwand, eine Kamera ins Lager zu schmuggeln. Die Fotos konnten im Herbst 1944 versteckt in einer Zahnpastatube aus dem Lager gebracht werden, wurden aber erst nach Kriegsende öffentlich.

Entstehung und Perspektive des Fotos

Alberto Errera hat die vier Fotos aus dem Gebäude eines der Krematorien aufgenommen. Auf dem vollständigen Bild sieht man einen Fensterrahmen. Der Fotograf versteckte sich hinter dem Fenster – die SS-Männer durften ihn nicht entdecken. Die Fotos wurden offenbar rasch aufgenommen und sind deshalb etwas verwackelt. Das Bild oben ist nur ein kleiner Ausschnitt des zweiten Fotos der Bilderserie. Der Ausschnitt ist unscharf und die Personen sind nur schwer zu erkennen. Auf dem Foto sind sowohl Frauen zu sehen, die in die Gaskammern getrieben wurden, als auch KZ-Aufseherinnen, die die Frauen zwangen, sich auszuziehen.

 

Aufgaben

Dieses Modul bearbeitet ihr am besten in Gruppen zu zweit oder zu dritt.

Die Fotos aus Auschwitz-Birkenau anzuschauen ist schwer zu ertragen. Wir sehen Menschen, darunter viele Kinder, die kurz nach den Aufnahmen ermordet wurden. Nicht nur, weil es sich um zwei der wenigen aus Auschwitz überlieferten Fotos handelt, sind es besondere Fotos. Denn sie stammen nicht von einem „neutralen Beobachter“ – so wie heute die meisten Fotos wichtiger Ereignisse von Pressefotografen gemacht werden. Um zu verstehen, was auf den Fotos zu sehen ist, ist es wichtig, sich mit der Situation, in der sie entstanden sind, mit den beiden Fotografen und mit den von ihnen eingenommene Perspektiven genauer zu beschäftigen.

 

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Stichworte zum Modul Holocaust | Auschwitz Album | Alberto Errera | Sonderkommando | Zweiter Weltkrieg | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Kaiser oder Präsident? https://segu-geschichte.de/kaiser/ Tue, 21 Jun 2016 06:44:15 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=12872 Revolution 1848| Modul 11 | Quellen untersuchen: Parlamentsreden | Verstehen und Urteilen | Herrschaft | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Unbekannter Zeichner: Nationalversammlung in der Paulskirche, Lithographie von 1848 oder 1849 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken   Am 28. März 1849 – also zehn Monate nach Beginn der Parlamentsarbeit – verabschiedete die Nationalversammlung endlich eine Verfassung. Über die 197 Paragraphen des Verfassungstextes wurde in langen Verhandlungen gestritten. Wichtige Fragen waren dabei die zukünftige Staatsform oder die klein- oder großdeutsche Lösung. Damit war gemeint, ob Österreich Teil des neu zu gründenden Deutschen Reiches werden soll (großdeutsche Lösung) oder nicht (kleindeutsche Lösung). Außerdem enthält die Verfassung 14 Artikel mit Grundrechten, der später auch zum Vorbild der Verfassung der ... weiterlesen ...

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Revolution 1848| Modul 11 | Quellen untersuchen: Parlamentsreden | Verstehen und Urteilen | Herrschaft | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

Unbekannter Zeichner: Nationalversammlung in der Paulskirche, Lithographie von 1848 oder 1849 | Bildnachweis (Public Domain, via Wikimedia): Bild anklicken

 

Am 28. März 1849 – also zehn Monate nach Beginn der Parlamentsarbeit – verabschiedete die Nationalversammlung endlich eine Verfassung. Über die 197 Paragraphen des Verfassungstextes wurde in langen Verhandlungen gestritten. Wichtige Fragen waren dabei die zukünftige Staatsform oder die klein- oder großdeutsche Lösung. Damit war gemeint, ob Österreich Teil des neu zu gründenden Deutschen Reiches werden soll (großdeutsche Lösung) oder nicht (kleindeutsche Lösung). Außerdem enthält die Verfassung 14 Artikel mit Grundrechten, der später auch zum Vorbild der Verfassung der Weimarer Republik und des Grundgesetztes werden sollte.

In der Verfassung heißt es in Abschnitt III, Artikel 1: 

§ 68. Die Würde des Reichsoberhauptes wird einem der regierenden deutschen Fürsten übertragen.

§ 69. Diese Würde ist erblich im Hause des Fürsten, dem sie übertragen worden. Sie vererbt im Mannsstamme nach dem Rechte der Erstgeburt.

§ 70. Das Reichsoberhaupt führt den Titel: Kaiser der Deutschen.

Dass dem Staat ein Kaiser vorstehen soll, war in der Nationalversammlung nicht unumstritten. In diesem Modul lernst du einige Auszüge aus Reden von Abgeordneten der Paulskirche kennen, die unterschiedliche Meinungen hierzu vertraten.

 

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Stichworte zum Modul Kaiser oder Präsident | Revolution 1848 1849 | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Herrschaft | Preußen | Paulskirche | Nationalversammlung

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Versailler Vertrag | „Eine Ordnung des Friedens“? https://segu-geschichte.de/versailler-vertrag/ Fri, 17 Jun 2016 11:13:16 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=12836 Weimarer Republik | Modul 3 | Quellen untersuchen: Textquellen | Perspektiven | Friedensordnungen | ◻◻◻ schwer | ca. 50 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min Unbekannter Fotograf: Ratifizierung des Versailler Vertrags im Spiegelsaal von Versailles am 28. Juni 1919 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken   Im Waffenstillstandsabkommen von Compiègne (ein Ort in der Nähe von Paris) gestand das deutsche Militär am 11. November 1918 seine Niederlage ein. Durch das Abkommen wurden die Kampfhandlungen des Erstens Weltkriegs eingestellt. Offiziell beendet war der Krieg aber erst nach Abschluss der sogenannten Pariser Vorortverträge, in denen die Bedingungen für die Friedensschlüsse mit den fünf Kriegsverlierern (Deutsches Reich, Österreich, Ungarn, Bulgarien und Osmanisches Reich) festgelegt wurden.  Im Schloss von ... weiterlesen ...

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Weimarer Republik | Modul 3 | Quellen untersuchen: Textquellen | Perspektiven | Friedensordnungen | ◻◻◻ schwer | ca. 50 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min

Unbekannter Fotograf: Ratifizierung des Versailler Vertrags im Spiegelsaal von Versailles am 28. Juni 1919 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Im Waffenstillstandsabkommen von Compiègne (ein Ort in der Nähe von Paris) gestand das deutsche Militär am 11. November 1918 seine Niederlage ein. Durch das Abkommen wurden die Kampfhandlungen des Erstens Weltkriegs eingestellt. Offiziell beendet war der Krieg aber erst nach Abschluss der sogenannten Pariser Vorortverträge, in denen die Bedingungen für die Friedensschlüsse mit den fünf Kriegsverlierern (Deutsches Reich, Österreich, Ungarn, Bulgarien und Osmanisches Reich) festgelegt wurden. 

Im Schloss von Versailles berieten die Westmächte (einschließlich der USA), wie das Deutsche Reich für den Ersten Weltkrieg zur Verantwortung gezogen werden sollte. Während Frankreich, das am meisten unter dem Krieg zu leiden hatte (die meisten Kampfhandlungen fanden auf französischem Boden statt), Deutschland hart bestrafen wollte, zielten Amerikaner und Briten darauf, eine möglichst stabile Nachkriegsordnung zu schaffen und die Kriegsverlierer nicht zu sehr zu schwächen und zu demütigen. Der Versailler Vertrag war ein Kompromiss zwischen diesen beiden Positionen. Einerseits wurde das Deutsche Reich erheblich geschwächt, andererseits blieb es als Staat und europäische Großmacht bestehen.

Die Diskussion, ob der Vertrag angenommen werden sollte oder nicht, wurde in der deutschen Politik und Öffentlichkeit sehr kontrovers geführt. Reichsministerpräsident (so hieß das Amt des Reichskanzlers vor der Verabschiedung der Weimarer Verfassung) Philipp Scheidemann sagte im Mai 1919: „Wer kann als ehrlicher Mann, ich will gar nicht sagen als Deutscher, nur als ehrlicher vertragstreuer Mann, solche Bedingungen eingehen? Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in diese Fesseln legt?‘“ – und trat vor der Unterzeichnung von seinem Amt zurück. Am 23. 1919 Juni beschloss die Nationalversammlung dennoch dem Vertrag zuzustimmen. Am 28. Juni schließlich wurde er in Versailles von einer Delegation der Reichsregierung unterzeichnet.

In diesem Modul lernst du die Grundzüge des Versailler Vertrags und seine Beurteilung in den Augen wichtiger Politiker im Jahr 1919 kennen. War der Vertrag eine gelungene „Ordnung des Friedens“ – wie sie sich der britische Premierminister David Lloyd George (siehe Quelle 2) wünschte?

 

Bildnachweis Karte: Matthias Küch, Versailler Vertrag, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia)

 

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Video-Tipp

Du willst noch mehr über den Versailler Vertrag wissen? Dann kannst du das Video Endlich Frieden? auf der Seite von musstewissen Geschichte anschauen. Es dauert etwas mehr als 8 Minuten. [externer Link: funk/ZDF]

 

Stichworte zum Modul Versailler Vertrag | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Friedensvertrag von Versailles | Friedenordnung | Wilson | Lloyd George

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Imperialismus – Kolonialismus – Rassismus https://segu-geschichte.de/imperialismus-kolonialismus-rassismus/ Wed, 01 Jun 2016 14:11:03 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=12597 Kaiserreich und Imperialismus | Modul 9 | Quellen untersuchen: Textquellen und Karikaturen | Weltbilder und Ideologien ◻◻◻ schwer | ca. 50 min Cecil John Rhodes: The Rhodes Colossus, Karikatur (Ausschnitt) von 1892 (siehe Quelle 3) | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia Commons): Bild anklicken   Bereits im 16. Jahrhundert begannen verschiedene europäische Großmächte, Teile der Welt zu erobern und zu kolonisieren (siehe hierzu die Modulserie Zeitalter der europäischen Expansion). Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein neuer Wettlauf einiger europäischer Staaten um die Vormachtstellung in der Welt. Besonders Frankreich,  Großbritannien und das Deutsche Reich konkurrierten um Kolonien in Afrika und Ostasien. Wie schon bei der spanischen Eroberung Amerikas im 16. Jahrhundert gingen die Europäer mit der indigenen Bevölkerung in ... weiterlesen ...

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Kaiserreich und Imperialismus | Modul 9 | Quellen untersuchen: Textquellen und Karikaturen | Weltbilder und Ideologien ◻◻◻ schwer | ca. 50 min

KolonialismusCecil John Rhodes: The Rhodes Colossus, Karikatur (Ausschnitt) von 1892 (siehe Quelle 3) | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia Commons): Bild anklicken

 

Bereits im 16. Jahrhundert begannen verschiedene europäische Großmächte, Teile der Welt zu erobern und zu kolonisieren (siehe hierzu die Modulserie Zeitalter der europäischen Expansion). Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein neuer Wettlauf einiger europäischer Staaten um die Vormachtstellung in der Welt. Besonders FrankreichGroßbritannien und das Deutsche Reich konkurrierten um Kolonien in Afrika und Ostasien. Wie schon bei der spanischen Eroberung Amerikas im 16. Jahrhundert gingen die Europäer mit der indigenen Bevölkerung in den Kolonialgebieten brutal und rücksichtslos um. Viele Europäer glaubten damals, dass die Bewohner anderer Kontinente als „rassisch minderwertig“ einzustufen wären.

Das Großmachtstreben und die Kolonialpolitik der europäischen Mächte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts beurteilen die meisten Historiker heute skeptisch. Das Denken und die Vorstellungen der Menschen der damaligen Zeit werden vielfach mit den Begriffen Imperialismus, Kolonialismus und Rassismus beschrieben. Diese Begriffe haben Historiker aber erst im Laufe des 20. Jahrhunderts eingeführt, um sich die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu erklären. In diesem Modul sollst du dich erstens über die drei Begriffe informieren und zweitens Bild- und Textquellen, die zwischen den Jahren 1884 und 1911 entstanden sind, untersuchen.

 

Was ist eigentlich ein „-ismus“ ?

Nationalismus, Imperialismus, Liberalismus, Sozialismus, Kolonialismus, Rassismus, Antisemitismus – in der Geschichtsschreibung zum 19. und 20. Jahrhundert finden sich viele Begriffe, die auf „-ismusenden. Ganz allgemein werden mit „-ismen“ (so die Pluralform) meist extreme Weltanschauungen oder Strömungen in Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur bezeichnet. Oft werden „-ismen“ von denjenigen formuliert, die diesen Weltanschauungen oder Strömungen ablehnend gegenüberstehen, also ihre abschätzige Wertung zum Ausdruck bringen wollen.

So verhält es sich auch mit den Begriffen Imperialismus, Kolonialismus und Rassismus. Sie fanden im deutschsprachigen Raum erst im 20. Jahrhundert Verbreitung (Das kann man mit Hilfe des Ngram-Viewers von Google herausfinden, der anzeigt, welche Begriffe in welchem Jahr wie häufig in Büchern verwendet wurden: Imperialismus seit etwa 1920, Kolonialismus seit etwa 1960 und Rassismus seit etwa 1970). Die Menschen im Kaiserreich haben diese Begriffe noch gar nicht benutzt.

 

Imperialismus

Imperialismus (von lat. Imperium: Weltreich) wird allgemein das Streben eines Landes genannt, sich über andere Länder Einfluss zu verschaffen oder sie zu erobern und zu beherrschen.

Der Begriff wird häufig im Zusammenhang der Politik vieler europäischer Staaten in der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert verwendet, als sich die europäischen Großmächte  einen Wettlauf um die Vormachtstellung in Europa und der Welt lieferten. Das damit verbundene massive Aufrüsten war eine wichtige Voraussetzung für den Ersten Weltkrieg ab 1914.

 

Kolonialismus

Als Kolonialismus bezeichnet man die Eroberung und Ausbeutung eines Landes durch ein anderes. Im 16. Jahrhundert haben die Europäer begonnen, weite Teile der Welt zu erobern und zu kolonisieren. Sie fühlten sich den außereuropäischen Völkern überlegen und versuchten die Inbesitznahme und Ausbeutung fremder Länder damit zu rechtfertigen, dass diese „unzivilisiert“ und „unchristlich“ seien.

Zu wichtigen Kolonialmächten wurden seit dem 16. Jahrhundert Spanien, Portugal, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande, im 19. Jahrhundert zudem Belgien und Italien. Das 1871 neu gegründete Deutsche Reich stieg erst 1884 in die Kolonialpolitik ein.

 

Rassismus

Rassismus ist eine Weltanschauung, bei der die Menschheit erstens in verschiedene Gruppen unterschieden wird und zweitens versucht wird, diese Gruppen nach ihrer „Wertigkeit“ einzuteilen. Im 19. Jahrhundert entwickelt sich unter dem Einfluss der Evolutionstheorie Darwins („Survival of the fittest“) der heute sogenannte biologische Rassismus, der mit vorgeblich wissenschaftlichen Methoden die Anschauung des Rassismus zu belegen versuchte.

Rassistisches Denken richtete sich Ende des 19. Jahrhunderts sowohl gegen die indigene Bevölkerung in den Kolonien als auch beispielsweise gegen Juden oder andere zu „Minderheiten“ erklärten Gruppen von Menschen, die in den Gesellschaften der europäischen Staaten lebten. Rassismus führte vielfach zu extremer Menschenverachtung, zur Verfolgung und Massentötung der diskriminierten Menschengruppen.

 

Bildquellen

Zu den Bildquellen: Bild anklicken

Textquellen

Zu den Textquellen: Bild anklicken

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Video-Tipp

Das Video Der Imperialismus auf der Seite von musstewissen Geschichte gibt dir weitere Informationen über das Großmachtstreben Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Es dauert knapp 8 Minuten. [externer Link: funk/ZDF]

 

Stichworte zum Modul Imperialismus, Kolonialismus, Rassismus | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Karikatur | Textquellen | -ismus

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Nation und Nationalismus | „Über alles in der Welt“? https://segu-geschichte.de/nationalismus/ Tue, 15 Dec 2015 08:44:07 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=7740 Revolution 1848 | Modul 4 | Kaiserreich und Imperialismus| Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Verstehen und urteilen | Weltbilder und Ideologien ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Bild links: René Stark: Fans im Olympiapark München beim Spiel Deutschland – Costa Rica, Foto von 2006 | Bild rechts: Erhard Joseph Brenzinger: Zug zum Hambacher Fest 1832, Teilkolorierte Federzeichnung von 1832 | Vollständiges Bild und Bildnachweis: links: René Stark, Wm-oly-de-cr, CC BY-SA 3.0, rechts: Public Domain, beide via Wikimedia   Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Nationalbewegung in den deutschen Ländern immer stärker. Ihr gehörten vor allem Studenten und solche Bürger an, die für mehr Mitsprache und Pressefreiheit – also gegen die alte Ordnung – kämpften. 1871 wurde schließlich ... weiterlesen ...

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Revolution 1848 | Modul 4 | Kaiserreich und Imperialismus| Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Verstehen und urteilen | Weltbilder und Ideologien ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

NationalismusBild links: René Stark: Fans im Olympiapark München beim Spiel Deutschland – Costa Rica, Foto von 2006 | Bild rechts: Erhard Joseph Brenzinger: Zug zum Hambacher Fest 1832, Teilkolorierte Federzeichnung von 1832 | Vollständiges Bild und Bildnachweis: links: René Stark, Wm-oly-de-cr, CC BY-SA 3.0, rechts: Public Domain, beide via Wikimedia

 

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Nationalbewegung in den deutschen Ländern immer stärker. Ihr gehörten vor allem Studenten und solche Bürger an, die für mehr Mitsprache und Pressefreiheit – also gegen die alte Ordnung – kämpften. 1871 wurde schließlich der erste deutsche Nationalstaat gegründet. Das Deutsche Kaiserreich wurde allerdings von den Königen und Fürsten unter preußischer Führung gegründet und war keine Demokratie.

Was aber bedeutet der Begriff national? Eine Nation definiert sich über ein positives Wir-Gefühl. Alle Menschen, die auf einem bestimmten Gebiet leben und dieselbe Sprache sprechen, zählen zu einer Nation und sollen – so die Forderung der Nationalbewegung – einen Nationalstaat bilden. Im nationalen Denken spielte – und spielt bis heute – aber auch häufig eine negative Abgrenzung gegen andere Nationen oder Minderheiten eine wichtige Rolle. Ein übertriebenes Nationalgefühl und die Abwertung anderer Gruppen bezeichnet man als Nationalismus. Er findet seinen Ausdruck beispielsweise in der ersten Strophe des „Liedes der Deutschen“ (dessen 3. Strophe ist heute die deutsche Nationalhymne). Dort heißt es: „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!“

Der Höhepunkt eines übersteigerten Nationalismus war in der Geschichte Deutschlands die Zeit des Nationalsozialismus. Millionen Menschen wurden, nur weil sie im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie nicht zur deutschen „Herrenrasse“ gehörten, verfolgt und umgebracht. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Deutschland deshalb viel darüber gestritten, welche Bedeutung Nation und Nationalismus noch spielen sollen. In diesem Modul lernst du verschiedene Positionen und Einschätzungen zu Nation und Nationalismus kennen und sollst einen eigenen Standpunkt hierzu formulieren.

 

Positive Haltung zur Nation | Aggressiver Nationalismus | Kritik am Nationalismus

Zitiert nach: Dorothea Weidinger: Nation – Nationalismus – nationale Identität. Bonn 1998; Arndt: S. 48 – Brand: 83 – Fichte: 46f. – Heine: S. 35 – Hitler: 61f.-  Hoffmann von Fallersleben: 56 -Lagarde: S. 58 – Langbehn: S. 33 – Mitscherlich: 104f.- Pfizer: S. 53 – Schröder: 110f. –  Schweitzer: 35f.

Alle Textquellen auch als pdf auf zwei Seiten

 

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 Stichworte zum Modul „Über alles in der Welt“? | Nation | Nationalstaaten | Nationalbewegungen | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Vormärz | 19. Jahrhundert

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

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Wikipedia | Geschichte schreiben: War die DDR eine Diktatur? https://segu-geschichte.de/wikipedia/ Wed, 11 Nov 2015 08:36:46 +0000 https://segu-geschichte.de/?page_id=7492 Deutsche Demokratische Republik | Modul 3 | Verstehen und urteilen | Diktatur | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min Immer, wenn heute jemand einen Text verfasst, der sich mit der Vergangenheit beschäftigt, wird Geschichte geschrieben. Wer Geschichte schreibt, will beschreiben und erklären, was früher passiert ist, lässt aber immer auch sein Urteil über die Vergangenheit aus heutiger Sicht in seinen Text mit einfließen. Ein besonders spannender Ort, an dem Geschichte geschrieben wird, ist die Wikipedia. Weil jede(r) an den Wikipedia-Artikeln mitschreiben kann, treffen hier verschiedene Urteile aufeinander und müssen ausgehandelt werden. Die Wikipedia-Artikel werden immer wieder verändert. Jede Änderung eines Wikipedia-Artikels wird in der Versionsgeschichte dokumentiert. So kann man zurückverfolgen, wie sich – meist in einem langen Prozess – eine ... weiterlesen ...

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Deutsche Demokratische Republik | Modul 3 | Verstehen und urteilen | Diktatur | ◻◻◻ schwer | ca. 40 min

Immer, wenn heute jemand einen Text verfasst, der sich mit der Vergangenheit beschäftigt, wird Geschichte geschrieben. Wer Geschichte schreibt, will beschreiben und erklären, was früher passiert ist, lässt aber immer auch sein Urteil über die Vergangenheit aus heutiger Sicht in seinen Text mit einfließen.

Ein besonders spannender Ort, an dem Geschichte geschrieben wird, ist die Wikipedia. Weil jede(r) an den Wikipedia-Artikeln mitschreiben kann, treffen hier verschiedene Urteile aufeinander und müssen ausgehandelt werden.

Die Wikipedia-Artikel werden immer wieder verändert. Jede Änderung eines Wikipedia-Artikels wird in der Versionsgeschichte dokumentiert. So kann man zurückverfolgen, wie sich – meist in einem langen Prozess – eine Beurteilung durchsetzt, die von der Mehrheit der Autoren akzeptiert wird. Sind verschiedene Autoren unterschiedlicher Meinung, können sie sich auf der Diskussionsseite, die es für jeden Artikel gibt, austauschen und streiten. 

 

DDR1Wikipedia-Artikel Deutsche Demokratische Republik | Version vom 4. November 2015 | In dieser Version wird die DDR als „eine kommunistische bzw. realsozialistische Diktatur“ bezeichnet | rot markiert sind die Links zur Dikussionsseite und zur Versionsgeschichte

 

An einem Beispiel soll dieser Prozess vorgeführt werden: dem Artikel über die Deutsche Demokratische Republik. Zunächst kann man einige allgemeine Informationen über den Artikel herausfinden. Am linken Seitenrand finden sich unter WerkzeugeSeiteninformation die Links zu den Hauptautoren und zur Abrufstatistik (am Seitenende). Der Artikel wurde (zum Stand 18. Januar 2017) von 1633 verschiedenen Autoren 5484 Mal verändert. Er wird zurzeit durchschnittlich etwa 2100 Mal am Tag angesehen. Ein gutes Werkzeug, um sich einen ersten Eindruck von der Qualität des Artikels zu verschaffen, ist Wikibu. Dort erhält der Artikel über die DDR zurzeit 8 von 10 Punkten.

 

DDR_Wikipedia_4Erste Version des Wikipedia-Artikels Deutsche Demokratische Republik vom 30. September 2001 (eigentlich 27. August 2001). Der Rechtschreibfehler „wider“ könnte als absichtliche Wertung verstanden werden – in dem Sinne, dass die DDR sich „widerwillig“ mit der Bundesrepublik Deutschland vereinigte. Diese Vermutung lässt sich aber deshalb nicht mehr überprüfen, weil das Nutzerkonto des Autors „Sdn-ar-002ncraleP275.dialsprint.net“ heute nicht mehr existiert.

 

Der Artikel ist mit über 22.000 Wörtern viel zu lang, um ihn als Ganzes zu untersuchen. In diesem Modul soll es deshalb nur um ein kleines Detail des Artikels gehen. In der aktuellen Version wird die DDR im Einleitungstext des Artikels als „eine kommunistische bzw. realsozialistische Diktatur“ bezeichnet. Es ist klar, dass es sich mit dieser Einschätzung um eine heutige Beurteilung handelt, denn ihrem Namen nach hat sich die DDR ja selbst „demokratisch“ genannt. In der ersten Version des Wikipedia-Artikels über die DDR vom August 2001 (wenige Monate nach der Gründung der deutschsprachigen Wikipedia am 16. März 2001), der nur aus 31 Wörtern bestand, wird die DDR einfach nur ein als „Staat“ und ein „sozialistisches Land“ beschrieben.

 

DDR2Version des Wikipedia-Artikels Deutsche Demokratische Republik vom 19. Oktober 2003. Die DDR wird „diktatorischer („sozialistischer“) Staat“ genannt.

 

In der Version vom 19. Oktober 2003 wird im Einleitungstext des Artikels erstmals die Formulierung „diktatorischer („sozialistischer“) Staat“ verwendet. Diese Bezeichnung blieb drei Wochen bestehen. Zwischen November 2003 und 2010 wurde die DDR im Einleitungstext dann meist als „sozialistischer Staat“ bezeichnet. Erst 2010 finden sich wieder die Begriffe „diktatorisch“ oder „Diktatur“ – mal ohne Adjektiv, mal als „kommunistische“ oder „realsozialistische“ Diktatur. Seit August 2012 schließlich wird die DDR als „eine kommunistische bzw. realsozialistische Diktatur“ genannt. Seither hat sich die Formulierung bis zum Januar 2017 nicht mehr geändert.

Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl verschiedener Versionen des Einleitungssatzes des Artikels.

13. November 2003, 17:40 Uhr

Anonymer Autor: 217.232.26.244 

DDR3 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR, „Ostdeutschland“) war ein sozialistischer Staat unter sowjetischer Besatzungsdiktatur in Deutschland

14. November 2003, 15:11 Uhr

Autor: Denkfabrikant

 

DDR4 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR, „Ostdeutschland“) war ein sozialistischer Staat in Deutschland.

17. Januar 2004, 11:51 Uhr

Anonymer Autor:  212.144.18.88

DDR5

Diese Version wurde nach nur sechs Minuten wieder rückgängig gemacht

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR, „Ostdeutschland“) war ein Staat, in dem seit 1951 eine sozialistische Gesellschaft aufgebaut werden sollte.

22. April 2004, 15:01 Uhr

Autor: TeddySM

 DDR6 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR, „Ostdeutschland“) war ein „sozialistischer“ Staat in Deutschland.

19. September 2005, 8:11 Uhr

Autor: Skriptor

 DDR8 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein deutscher Staat, der vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 existierte. Sie wurde 1949 aus der Sowjetischen Besatzungszone und dem Ostsektor Berlins gegründet und bezeichnete sich selbst als sozialistischen Staat.

20. Mai 2010, 11:13 Uhr

Autor: Phi

 DDR16 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein diktatorisch regierter realsozialistischer Staat in Mitteleuropa. Er bestand von 1949 bis 1990.
 

11. Januar 2012, 23:04 Uhr

Autor:  Rita2008

 DDR11 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein Staat in Mitteleuropa, der 1949 gegründet wurde und am 3. Oktober 1990 der benachbarten Bundesrepublik Deutschland offiziell beitrat. Bis zur politischen Wende im Herbst 1989 war die DDR eine von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) beherrschte kommunistische Diktatur und gehörte, wie die anderen kommunistischen Ostblockländer, der sowjetischen Machtsphäre an.

12. Juli 2012, 11:56 Uhr

Autor:  Label5

DDR13 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein Staat im geteilten Deutschland, der von 1949 bis 1990 existierte. Bis zur Wende im Herbst 1989 war sie ein realsozialistischer Staat[11] unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die sich zum Marxismus-Leninismus bekannte.
 

25. August 2012, 18:37 Uhr

Autor: Phi

DDR10 Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein Staat in Mitteleuropa, der von 1949 bis 1990 existierte. Aus der Teilung Deutschlands nach 1945 entstanden, war sie bis zur friedlichen Revolution im Herbst 1989 eine kommunistische bzw. realsozialistische Diktatur unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die sich zum Marxismus-Leninismus bekannte.

 

Auf der Diskussionsseite zum Artikel Deutsche Demokratische Republik wurde häufig über die Frage debattiert, ob die DDR als Diktatur bezeichnet werden soll oder nicht. Nachdem 2010 die Begriffe „diktatorisch“ bzw. später „Diktatur“ wieder im Einleitungstext auftauchten, wurde diese Diskussion erneut aufgegriffen. Der folgende Auszug gibt ein Beispiel, wie Diskussionen zwischen Wikipedia-Autoren geführt werden. Teilweise handelt es sich um Beiträge anonymer Autoren („nicht signierter Beitrag“).

 

DDR14

[…]

DDR15

 

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Stichworte zum Modul DDR Diktatur Wikipedia | Deutsche Demokratische Republik | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Sprache

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder in deine Geschichtsmappe schreiben – ganz einfach mit Stift und PapierDu kannst die Antworten aber auch in die Textfelder unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Klicke dafür auf das Drucker-Symbol. Hier erhältst du weitere Informationen

Der Beitrag Wikipedia | Geschichte schreiben: War die DDR eine Diktatur? erschien zuerst auf segu | Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht.

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