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Kurzübersichten
Sprache und Literatur
Luthers Sprachgenie(...)
schuf eine Rhetorik des Herzens, einen deutschen "gemeinen Stil",
der die erhabensten Glaubenswahrheiten in eine Sprache fasste, die dem
"gemeinen Mann" unmittelbar zugänglich war und ihn ergriff.
Denn für ihn ist das Evangelium eine "gute Botschaft / gute
Mehre / gute Newezeitung / gut Geschrey / dauon man singet / saget vnd
frölich ist". Luther und seine Mitarbeiter scheuten deshalb
keine Mühe, um sich mit den Schätzen der Volkssprache vertraut
zu machen. Der "Sendbrief
vom Dolmetschen" (1530) berichtet, dass man manchmal wochenlang
nach dem treffenden Wort gesucht habe.
- William Shakespeare
1564-1616 (in Stratford-upon-Avon, nahe Bristol, England)
Der weltweite, anhaltende
Erfolg Shakespeares als Bühnenautor beruht auf verschiedenen Eigenschaften:
- auf der thematischen Vielfalt und Aktualität seiner Stücke.
Shakespeare vermochte den Stoffen unterschiedlichste Erfahrungen und Erlebnisse,
Gefühle und Fantasien abzugewinnen
- der geschickten Dramaturgie, der subtilen Charakterzeichnung. und einen
fast unbegrenzten Facettenreichtum von Personen und Haltungen
- auf seiner souveränen Handhabung der englischen Sprache, deren
stilistische Möglichkeiten er wohl als erster so vielfältig
nützt. Shakespeares Sprachmeisterschaft hat vor allem zwei Merkmale:
ein beeindruckend großer Wortschatz (der auf mindestens 20 000 Wörter
geschätzt wird), und die vielen von ihm geprägten Wortneubildungen,
(2000 oder gar 3000).
Tragödien:
In seinen Tragödien werden aus besonderen "Fällen"
zeitlos gültige, uns alle bewegende Fragen entwickelt. Vor allem
die verschiedenen Erscheinungsformen des Bösen werden in bedrückender
Intensität vorgeführt.
Das Grundmuster der
zehn Tragödien ist aus dem Mittelalter entlehnt: der Aufstieg und
Fall der Mächtigen, bestimmt durch die Fortuna. "Romeo and Juliet"
gestaltet das Motiv der reinen, der Fortuna unterworfenen Liebe. In den
Römerdramen, z.B. "Julius Caesar", nutzt Shakespeare antike
Stoffe, um sonst nicht erlaubte Themen und Figuren zu dramatisieren: das
Scheitern des Revolutionärs (Brutus), oder Landesverrat.
Die "großen Tragödien" (Hamlet,
Othello, King Lear, Richard
III, Macbeth) bringen überzeitliche Gestalten und Geschehen auf
die Bühne und gehören zu den unbestrittenen Meisterwerken Shakespeares.
Sie dramatisieren das Wirken des Bösen in der Welt und siedeln den
Konflikt im einzelnen Menschen selbst an, anhand von Themen wie dem des
politischen Verbrechens aus Ehrgeiz und Verblendung, der unüberlegten
Machtabgabe und des Generationenkonflikts, der privaten Rache, des Intrigenspiels
und der Täuschung der Liebenden.
Hervorstechende stilistische Merkmale der großen Tragödien
sind: unterschiedlichste sprachliche Mittel der Dialogführung, vielfältig
eingesetzte Monologe, eine Bildlichkeit, durch welche Szenen und Akte
strukturiert werden, und schließlich die bis in seelische Tiefendimensionen
reichende Zeichnung der Hauptfiguren. Diese werden häufig an den
Rand des Wahnsinns getrieben, berühren den Zuschauer aber auch dann
noch zutiefst menschlich, wenn sie zum böse und verwerflich handeln.
Komödien:
Mit seinen Komödien knüpft Shakespeare an mittelalterliche Traditionen
des Volksschauspiels, an antike Muster der Situationskomik (Plautus) sowie
an die erfolgreichen höfischen Komödien an.
Zu den Komödien der mittleren Schaffenszeit gehören "A
midsommer night's dreame" (deutsch "Ein Sommernachtstraum"),
"Much ado about nothing" (deutsch "Viel Lärm um nichts"),
"As you like it" (deutsch "Wie es euch gefällt")
und "Twelfth night" (deutsch "Was ihr wollt"). Sie
beschäftigen sich mit den ernsten und heiteren Seiten der Liebe (in
den Nebenhandlungen vielfach bis ins Derbe oder Verstiegene), die mit
ernsten Themen verknüpft und zur Darstellung menschlicher Vervollkommnung
durch Selbsterkenntnis und Herzensbildung geführt werden. Zu den
so genannten Problemkomödien gehören "The merchant of Venice"
(deutsch "Der Kaufmann von Venedig"), "All's well that
ends well" (deutsch "Ende gut, alles gut") und "Measure
for measure" (deutsch "Maß für Maß"),
in denen Aspekte wie Gnade und Gerechtigkeit dazu kommen.
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