Arbeitsblatt 1: „Islam – Eine monotheistische Religion“
Das Arbeitsblatt bietet zunächst Hinweise zu dem Wort „Allah“ (Betonung auf der zweiten Silbe) und zum Symbol des Halbmonds.
Aufgabe 1: Allah bedeutet einfach nur „der Gott“. Daraus kann man schließen, dass die Verehrung Allahs von Anfang an nicht einen bestimmten Gott neben anderen Göttern meinte, sondern den einzig-alleinigen Gott im Blick hatte. Der Islam beginnt somit als reifer Monotheismus und vertritt einen Absolutheitsanspruch. Die Anhänger der anderen (monotheistischen) Religionen sollen sich dem Islam anschließen können, die Verehrer mehrerer Götter (Polytheisten) sollen ihren Irrtum erkennen und sich bekehren. Zum Vergleich: Der Gott der Bibel trägt den Namen JHWH. Er wurde erst relativ spät in der Geschichte Israels zum alleinigen Gott „erhoben“.
Aufgabe 2: Die Karte erschließt sich am besten, wenn sie farbig präsentiert wird. Anhand der Farbdichte können die Schülerinnen und Schüler erarbeiten, in welchen Bereichen und Ländern der Erde der Islam besonders stark verbreitet ist. Mithilfe eines Atlasses suchen sie nach den Namen der Länder und weiteren Grundinformationen.
Aufgabe 3: Der Islam ist – nicht erst seit den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center im Jahr 2001 – Gegenstand etlicher Vorurteile. Die dritte Aufgabe bietet die Möglichkeit, derartige Vorurteile, aber auch positive Vorerfahrungen zu thematisieren und diese im Laufe des Unterrichtsgeschehens erneut aufzugreifen (vgl. Arbeitsblatt 9).
Arbeitsblatt 2: „Der Prophet Mohammed“
Oft wird die Biografie Mohammeds eher unkritisch präsentiert. Es gilt zu beachten, dass nicht alle Erzählungen über Mohammed dem unmittelbaren historischen Geschehen entsprechen. Die Biografie Mohammeds ist also immer auch Tradition und nicht überall Historie.
Aufgabe 1: Die Eckdaten von Mohammeds Leben sollen gesammelt und eingetragen werden:
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Geburt
ca. 570 n. Chr.
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Beauftragung
610 n. Chr.
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Auswanderung nach Yathrib
622 n. Chr.
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Einnahme Mekkas
630 n. Chr.
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Tod Mohammeds
632 n. Chr..
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Aufgabe 2: Diese Aufgabe dient der (religionsgeschichtlichen) Einordnung der Geschichte um die Beauftragung Mohammeds. In vielen Berufungs- oder Beauftragungs-Berichten spielen folgende Merkmale eine Rolle:
- Himmlisches Eingreifen als Berufung durch Gott
- Widerstand des Beauftragten
- Entkräftigung des Widerstands
Die Berufungsgeschichte Mohammeds hat die Aufgabe, ihn als Propheten zu legitimieren. Dabei ist jedoch keineswegs ausgeschlossen, dass Mohammed tatsächlich (also historisch) nach einer längeren Praxis von Fasten und Gebet eine Art „Erleuchtung“ gehabt hatte, die ihn zu einem Berufenen werden ließ. Ein Widerstand gegen diese Berufung ist psychologisch ebenfalls nicht unwahrscheinlich. Historie und Legende lassen sich an dieser Stelle somit nicht eindeutig voneinander trennen.
Aufgaben 3 und 4: Diese Aufgaben erschließen den Sinn des Bilderverbots, das auch die Darstellung Mohammeds betrifft: Es soll verhindern, dass die Menschen ihre eigenen Vorstellungen von Gott für absolut erachten. Über den Zugang des alltäglichen „Sich-ein-Bild-Machens“ wird deutlich, dass man sich durch Bilder einerseits Klarheit verschaffen kann, sich andererseits aber auch auf etwas (zu) Bestimmtes festlegt und dadurch riskiert, enttäuscht zu werden. Das innere Bild von einem geliebten Menschen ist beispielsweise einerseits etwas sehr Wertvolles, kann andererseits aber auch etwas Einengendes sein, wenn der jeweilige Mensch dem inneren Bild, das man sich von ihm gemacht hat, nicht (mehr) entspricht. Das Bilderverbot hält die Gottesbeziehung von solchen Festlegungen oder Verletzungen frei. Die Reinheit des Monotheismus wird dadurch erhalten, „Götzendienst“ bzw. „Beigesellung“ (arabisch: schirk) werden vermieden.
Aufgabe 5: Mohammed hat folgende Aufgaben (bzw. Rollen) übernommen: Prophet, Gesetzgeber, Bürgermeister, Richter, Streitschlichter, Feldherr ... Es wird klar, dass (auch im Vergleich zu Jesus) die Aufgaben sehr speziell waren und Politik und Religion ineinandergriffen.
Aufgabe 6: Vertrautes und Neues prägten die Mission Mohammeds. Während das Ritual des Hadsch heidnischen Ursprungs war, kann man im strikten Monotheismus die entscheidende Neuerung und den revolutionären Kern seines Wirkens erkennen. Innerhalb der Stammesgesellschaft war die Annahme des Monotheismus ein schwieriger Schritt, der durch die Beibehaltung bekannter Elemente unterstützt werden musste.
Aufgabe 7: Diese Aufgabe führt über den Film hinaus. Eine entsprechende Recherche kann entweder in der Schule oder als Hausaufgabe durchgeführt werden.
Aufgabe 8: Anhand dieser Aufgabe soll der im Film vermittelte Eindruck, der Islam sei eine Wüsten-Religion von umherziehenden Nomaden, hinterfragt und die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert werden.
Aufgabe 9: Diese Aufgabe dient der Ergebnissicherung. Je nach Unterrichtsverlauf wird das Ergebnis unterschiedlich ausfallen. Die Einigung der vielen konkurrierenden Stämme als eine Gemeinde (umma) ist dabei wohl der größte Fortschritt, den Mohammed erreicht hat.
Arbeitsblatt 3: „Die Ausbreitung des Islam“
Die schnelle Verbreitung des Islam nach dem Tode Mohammeds ist ein erstaunliches Phänomen. Das Arbeitsblatt erläutert die Gründe dafür und stellt die Errungenschaften der islamischen Kultur dar. Bemerkenswert ist, dass der Islam innerhalb seines Herrschaftsgebiets nicht zur einzig legalen Staatsreligion wurde, sondern dass die übrigen monotheistischen Religionen in ihrer Ausübung nicht behindert wurden.
Aufgabe 1 knüpft unmittelbar an den Film an. Zur Bearbeitung wird ein Atlas benötigt.
Aufgabe 2: Die (unvollständige!) Sammlung arabischstämmiger Wörter gibt einen Eindruck davon, auf welchen Gebieten der Islam, insbesondere seit den Kreuzzügen, kulturellen Einfluss auf Europa hatte.
Aufgabe 3: Referate können z. B. zu folgenden Themen gehalten werden: Burgbau, Ritter und Waffentechnik, Zucker, Papier, optische, astronomische und Navigations-Geräte, Uhren, Gewürze, Spargel, Reis, Musik und Instrumente, medizinische Methoden und Geräte u. v. m. Der europäische Kulturraum wäre ohne den arabischen Kulturtransfer um Vieles ärmer.
Arbeitsblatt 4: „Arabesken: Mathematische Kunst, geometrisches Spiel“
Dieses Blatt macht die Schülerinnen und Schüler mit einem Aspekt der islamischen Kunst vertraut, der vieles in sich vereint: Mathematik, Kunst, Architektur und Keramik. Wer der Kunst der geometrischen Verzierungen noch weiter nachgehen möchte, sollte die Bücher von Eric Broug heranziehen, auf deren Erkenntnissen das Arbeitsblatt beruht. Nachdem die Kunst der geometrischen Arabeske vorgestellt wurde, erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, selbst an die Stelle der islamischen Architekten und Handwerker zu treten und die komplexen Muster, die in der gesamten islamischen Welt Verwendung fanden, herzustellen. Drei polygonale Formen genügen für eine faszinierende Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Die Kopiervorlage sollte möglichst auf DIN A3 vergrößert werden, damit die Teile, die zunächst ausgeschnitten werden müssen, nicht zu fein geraten. Es wird empfohlen, dass die Lehrkraft sich vorher selbst mit Methode und Material vertraut macht, um die Schülerinnen und Schüler angemessen anleiten zu können. Mit etwas Geschick sind wunderschöne Ergebnisse möglich.
Arbeitsblatt 5: „Kalifat, Schia und Sunna“
Der Konflikt um die Nachfolge des Propheten wird im Film nur kurz gestreift. Wie kompliziert die Lage wirklich war, kann auch das Arbeitsblatt nur andeuten. Die ungeklärte Nachfolgefrage führte schließlich zur Spaltung des Islam.
Aufgabe 1: Die Spaltung des Islam war ein komplexer Prozess und erscheint als verwirrendes politisches Machtspiel. Dieser (eher negative) Eindruck soll durch eine Bezugnahme auf die Reformation des Christentums im 16. Jahrhundert eingeordnet werden. Auch hier spielten politische Interessen eine wichtige Rolle, wenngleich der ursprüngliche Anlass eine theologische Streitfrage gewesen war.
Aufgabe 2: Spaltungen innerhalb der Religionen haben verschiedene Gründe. Unter anderem zeigen sie, wie gravierend und geradezu existenziell unterschiedliche Ansichten in religiösen Angelegenheiten empfunden wurden. Zugleich zeigt sich aber auch, dass Religion seit jeher für Machtzwecke instrumentalisiert wurde.
Aufgabe 3 und 4: Die Hadithe sind zentraler Teil der islamischen (sunnitischen) Tradition. Die Aufgaben sollen die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, selbstständig ergänzende Information zu den wichtigsten Zeugen der Hadith-Tradition zu suchen.
Aufgabe 5: Der 13. Hadith erinnert an die Goldene Regel. Die islamische Version ist, wie die Version der Bergpredigt (Mt 7,12), positiv formuliert. Der 26. Hadith kennt keine derart eindeutige Parallele in der Bibel, könnte jedoch ebenso als Wort Jesu überliefert sein – abgesehen davon, dass das Almosen bei Jesus keine zentrale Rolle spielt. Der Hadith erinnert an das Gebot der Nächstenliebe und die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Auch der Satz „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) klingt möglicherweise an, ebenso die Aufforderung des Paulus: „Betet ohne Unterlass!“ (1. Thess 5,17). Es gibt natürlich auch Hadithe, die viel fremdartiger sind als die beiden gewählten Beispiele.
Arbeitsblatt 6: „Der Koran – Gott wird Wort“
Schon die Überschrift deutet an, dass der Koran im Islam an der Stelle steht, die Jesus Christus im Christentum einnimmt. Somit ist ein Vergleich zwischen Jesus und Mohammed weniger sinnvoll als ein Vergleich zwischen Jesus Christus und dem Koran. Das Arbeitsblatt bietet zunächst genauere Informationen zum traditionellen islamischen Verständnis des Korans und benennt dann Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zur Entstehung dieser Text-Sammlung.
Aufgabe 1: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten die Konsequenzen der beiden vorgestellten Herangehensweisen zum Verständnis des Korans (Koran als Gegenstand des Glaubens vs. Koran als historisches Dokument) heraus.
Aufgabe 2: Der Umgang mit der „Heiligen Schrift“ ist in unserer Kultur sehr formlos geworden. Nur im Gottesdienst kann man gelegentlich noch erahnen, dass die Bibel im Christentum einen ähnlichen Status aufweist wie der Koran im Islam. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren eigenen Umgang mit der Bibel überdenken: Handelt es sich um einen Verlust der Heiligkeit der „Heiligen Schrift“ oder ist der lockere Umgang mit der Bibel ein Fortschritt? Eigene Positionen können so am Beispiel des Fremden klarer in den Blick kommen.
Aufgabe 3: Die Rezitation des Korans auf Arabisch ist eine hohe Kunst; bereits das Lesen gilt als anspruchsvoll. Ähnlich wie im Judentum wird die Koran-Lektüre als gelebte Glaubenspraxis verstanden. Arabisch ist außerdem als Gebetssprache vorgeschrieben.
Aufgabe 4: Jesus wird in Hebr 1,1-5 als endgültige Offenbarung beschrieben, und auch das Neue Testament gilt als endgültige Offenbarung Gottes (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Abschnitte 65ff.). Andere Religionen bzw. religiöse Gruppen erheben einen ähnlichen Anspruch. Nicht die Gültigkeit dieser Ansprüche soll diskutiert werden, sondern die dahinter stehende Absicht und die Konsequenzen für einen Dialog zwischen den Religionen.
Aufgabe 5: Ziel der Aufgabe ist eine anschauliche Gegenüberstellung der beiden Religionen anhand des für sie jeweils zentralen Glaubensinhalts. Die produktionsorientierte Herangehensweise soll die Schülerinnen und Schüler aktivieren und dazu anregen, Ähnlichkeiten und Unterschiede auf kreative Weise herauszuarbeiten.
Arbeitsblatt 7: „Die fünf Säulen des Islam“
Das Arbeitsblatt thematisiert die fünf Säulen des Islam zunächst überblicksartig auf Grundlage der im Film gegebenen Informationen. Auf dem folgenden Arbeitsblatt 8 werden die einzelnen Säulen im Detail vorgestellt.
Aufgabe 1: Die Grafik soll von den Schülern ins Heft übertragen werden. Sie dient dazu, die wichtigsten Informationen aus dem Film stichpunktartig festzuhalten.
Aufgabe 2: Die „christlichen Pflichten“ sind weniger eindeutig als die fünf Säulen des Islam und unterscheiden sich je nach Konfession. In Bezug auf den Protestantismus lässt sich diskutieren, ob es überhaupt verbindliche „Pflichten“ gibt oder ob diese als „Werke“ generell abzulehnen sind. Gleichwohl gibt es Inhalte wie z. B. die Zehn Gebote, die man durchaus als verpflichtend ansehen kann. Im Katholizismus gibt es verschiedene Pflichten wie z. B. die Messpflicht oder die Plicht, bestimmte Fastenzeiten einzuhalten, die aber in der westlichen Welt weitgehend ihre Wirkung verloren haben. Auf die Frage, was den christlichen Glauben vervollständigt, kann man mit dem Doppelgebot der Liebe antworten: Gottesliebe und Nächstenliebe (Lk 10,27 – vgl. die entsprechenden Parallelen im Alten Testament) – wohl die wichtigste und zentrale christliche „Pflicht“.
Aufgabe 3 wirft ein Licht auf das Leben der Muslime in Deutschland und lädt zum konkreten Dialog mit Muslimen ein.
Arbeitsblatt 8: „Die fünf Säulen des Islam im Detail“
Auf diesem Arbeitsblatt werden die fünf Säulen des Islam im Detail vorgestellt.
Das Glaubenszeugnis
Aufgabe 1: Der abgedruckte Hadith dient zur Wiederholung des bereits Gelernten. Zunächst sollen sich die Schülerinnen und Schüler erinnern, welche Entscheidung ein Muslim mit dem Bekenntnis zu dem einen Gott trifft: keine Verehrung anderer Götter; keine Verehrung von Bildern oder Vorstellungen; Einheit der Menschen unter Gott; Toleranz gegenüber denen, die ebenfalls Monotheisten sind.
In Aufgabe 2 wird erneut Bezug auf das Doppelgebot der Liebe genommen (vgl. Aufgabe 2 auf Arbeitsblatt 7). Der erste Teil des Doppelgebots ist auch in dem Hadith aufgenommen.
Aufgabe 3: Gott ist offenbar und dennoch transzendent – das ist die Erkenntnis, die den Schülern mithilfe dieser Geschichte nahegebracht werden soll. Die Qualität des reinen Seins übersteigt – angesichts der Schönheit der Schöpfung – sowohl das Wissen und als auch das Nicht-Wissen. Der ironische Unterton der Geschichte dient einerseits der Unterhaltung, ist aber auch als Kritik am „Wissen“ über Gott zu verstehen.
Aufgabe 4: Die traditionellen „99 schönen Namen Gottes“ in einer deutschen Übersetzung zu finden ist nicht schwer. Beim Lesen der Namen wird auffallen, dass sie nicht alle im klassischen Sinne „schön“ sind, sondern oftmals ambivalent. Sie werden sogar häufig in Form von Gegensatzpaaren dargeboten. Der Gott, der mit diesen Namen beschrieben wird, ist nicht der „liebe Gott“ – ebenso wenig wie der Gott der Bibel nur „lieb“ ist. Bei der Beschäftigung mit den Namen lässt sich diskutieren, ob sie für Gott angemessen erscheinen und wie das daraus resultierende Gottesbild auf die Schülerinnen und Schüler wirkt.
Gebet und Moschee
Aufgabe 5: Die Gebetszeiten an Ort und Tag des Unterrichts können mithilfe des Internets ermittelt werden. Interessant ist auch ein Vergleich mit anderen Jahreszeiten bzw. anderen Orten.
Aufgabe 6: Mithilfe eines Kompasses oder eines GPS-fähigen Geräts lässt sich herausfinden, wohin sich Muslime im Klassenraum zum Gebet wenden würden. Neuere Smartphones sind in der Regel GPS-fähig und verfügen über eine Kompass-App, sodass die Schülerinnen und Schüler diese Aufgabe auch selbstständig bearbeiten können.
Aufgabe 7: Der Aufbau einer Moschee wird anhand der schematischen Zeichnung verdeutlicht. Lösungen finden sich auf dem separaten Lösungsblatt.
Aufgabe 8: Bei der körperlichen Erfahrung der Gebetshaltung geht es nicht um ein äußerliches Nachmachen, sondern um Einfühlung. Ähnlich wie bei den „99 Namen Gottes“ ergeben sich daraus Konsequenzen für das Gottesbild. Die Schülerinnen und Schüler sollen für sich abwägen, inwiefern dies der eigenen Vorstellung von Gott entspricht bzw. davon abweicht.
Fasten im Ramadan
Die Koran-Übersetzung von Friedrich Rückert gewährt Einblick in die poetische Schönheit des Korans und seiner Sprache. Die Formulierung „tausend Monde“ meint: Die Nacht der Herabkunft des Korans ist „Gotteszeit“, nicht „Weltzeit“ (Martin Nicol). Das Fasten steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der inneren Vorbereitung auf die Gottesbegegnung. Diesem Ziel dient das Fasten im Islam eigentlich, auch wenn es durch manchen Brauch weniger geistlich gelebt wird, als es ursprünglich gedacht war.
Aufgaben 9 und 10 nehmen Bezug auf die Informationen aus dem Film. Lösungsvorschläge finden sich auf dem separaten Lösungsblatt.
Aufgabe 11: Ali betont im Film, dass essen und trinken Grundbedürfnisse seien, die man beschränken bzw. kontrollieren könne. Ergebnis dieser Selbstkontrolle seien Nachdenklichkeit und Erkenntnis, Konzentration auf das Wesentliche, Mitgefühl. Das ist vielleicht etwas moralisierend, entspricht aber doch auch dem, was Mohammed beim Fasten erfahren hat: Begegnung mit Gott und mit sich selbst. Die Schülerinnen und Schüler sollen bei der Beantwortung dieser Frage ihre eigenen Überlegungen zum Thema Fasten miteinfließen lassen.
Aufgabe 12: Christliches Fasten ist, wenn überhaupt, nur noch vor Ostern üblich. Ursprünglich galt jedoch jeder Freitag als wöchentlicher Fastentag, wie man heute mitunter noch am Kantinenessen feststellen kann. In der orthodoxen Tradition ist u. a. auch der Advent eine jährlich wiederkehrende Fastenzeit. Die evangelische Aktion „7 Wochen ohne“ (http://www.7wochenohne.evangelisch.de) versucht, der Fastenzeit bzw. Passionszeit eine neue, innerliche Ausrichtung zu geben. Die Motti der vergangenen Kampagnen sind interessant und können im Internet gefunden werden.
Almosen – die Pflichtabgabe
Aufgabe 13: Diese Aufgabe beleuchtet das Geben und Nehmen, das Danken und den Lohn des Gebers. Koran- und Bibeltexte findet man (auch) im Internet, sodass die Schülerinnen und Schüler diese Aufgabe selbstständig lösen können.
Die Pilgerfahrt – Hadsch
Aufgabe 14 motiviert die Schülerinnen und Schüler, selbstständig nach der Zeit der diesjährigen Pilgerfahrt zu recherchieren.
Aufgabe 15: Persönliche Berichte können den Unterricht aufgrund ihrer Authentizität bereichern.
In Aufgabe 16 kann der „Ihram“ als Inszenierung einer Utopie erkannt und in seiner Wirkung diskutiert werden.
Aufgabe 17: Im Anschluss an die Gestaltungsaufgabe kann darüber diskutiert werden, ob eine Welt im Zustand der „Weihe“ wirklich wünschenswert ist bzw. was die Schülerinnen und Schüler davon abhält, so zu leben?
Aufgabe 18 Christliche Pilgerfahrten sind derzeit im „Trend“. Neben der Recherche und dem Vergleich mit dem Hadsch lässt sich daher auch die aktuelle mediale Berichterstattung über das Pilgern heranziehen.
Arbeitsblatt 9: „Interreligiöser Dialog“
Dieses Arbeitsblatt kehrt zurück zu der Ausgangsfrage nach der Wahrnehmung des Islam in der Gegenwart. Dabei lässt sich feststellen, dass es sowohl Bemühungen um Dialog als auch sogenannte „Islamkritik“ gibt, die sich häufig aus Ressentiments speist. Um dem entgegenzuwirken, nimmt das Arbeitsblatt zunächst eine begriffliche Differenzierung zwischen Fundamentalismus und Islamismus vor.
Aufgabe 1 greift nochmals Aufgabe 3 des ersten Arbeitsblattes auf, in der es um das Vorverständnis, Vorerfahrungen und Vorurteile der Schülerinnen und Schüler ging. Vor dem Hintergrund des Gelernten lädt die Aufgabe dazu ein, die eigene Haltung gegenüber dem Islam zu überdenken und sich bewusst zu werden, inwiefern sich die eigenen Gedanken und Gefühle durch den Lernprozess verändert haben.
Aufgabe 2: Inadäquaten Vorurteilen zu begegnen, ist nicht nur für den Kontakt zu Muslimen wichtig, sondern allgemein eine wichtige Aufgabe für das Zusammenleben.
Aufgabe 3: Die Aufgabe thematisiert sowohl Erwartungen an den Anderen als auch die eigene Bereitschaft, solche Erwartungen zu erfüllen. Beides sollte bedacht werden, um zu sinnvollen Regeln für den interreligiösen Dialog zu gelangen.
Aufgabe 4: Je nach Region gibt es mehr oder weniger intensive Bemühungen um interreligiöse Begegnung. Inwieweit es derartige Veranstaltungen überhaupt gibt, kann anhand dieser Aufgabe in den Blick der Schülerinnen und Schüler kommen.