Indische Literaturen

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EINLEITUNG

Indische Literaturen, das in zahlreichen indischen und pakistanischen Sprachen verfasste Schrifttum des Indischen Subkontinents (siehe indische Sprachen). Die in Sanskrit verfasste altindische Literatur wird separat unter dem Stichwort Sanskrit-Literatur behandelt.

Ein großer Teil der indischen Literatur wurde mündlich überliefert. Die frühesten Werke der indischen Literatur wurden entweder gesungen oder rezitiert und auf diese Weise über viele Generationen hinweg weitergegeben, bevor sie in Schriftform aufgezeichnet wurden. Das mutmaßliche Entstehungsdatum vieler Dichtungen liegt daher oftmals mehrere Jahrhunderte vor ihrer ersten schriftlichen Fixierung. Dass ein Großteil der indischen Literatur religiöse Inhalte hat bzw. bekannte Themen der Sanskrit-Epen (dem Ramayana, dem Mahabharata und den als Puranas bezeichneten mythologischen Schriften) aufgreift, mag als Grund dafür gelten, dass die Verfasser oftmals anonym blieben. Biographische Angaben über das Leben der frühen indischen Schriftsteller finden sich meist nur in wesentlich später entstandenen Texten, so dass hinsichtlich der Frühzeit der indischen Literaturgeschichte viele Fragen unbeantwortet bleiben.

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SPRACHGESCHICHTLICHE UND KULTURELLE EINFLÜSSE

Ein großer Teil der traditionellen indischen Literatur geht in Form und Inhalt nicht nur auf Vorbilder aus der Sanskrit-Literatur, sondern auch auf buddhistische und jainistische Schriften zurück (siehe Jainismus), die in Pali und anderen Prakrit-Sprachen (mittelindischen Sanskrit-Dialekten) abgefasst sind. Dies gilt für die in den dravidischen Sprachen verfasste Literatur des Südens (Tamil-, Kannada-, Malayalam und Telugu-Literatur) wie auch für die in indoiranischen Sprachen geschriebene Literatur des Nordens. Ab dem 14. Jahrhundert fielen die Perser und die Türken mehrfach in Indien ein, um etwa 1700 stand Indien zum größten Teil unter muslimischer Herrschaft. Besonders deutlich manifestiert sich der Einfluss der persischen und islamischen Kultur (siehe Persische Literatur) in den in Urdu verfassten Werken, obgleich auch andere Teilbereiche (insbesondere die in Bengalen, Gujarat und Kaschmir entstandenen Literaturen) islamische Einflüsse aufweisen. Nach 1817 stand nahezu ganz Indien unter britischer Herrschaft; in dieser Zeit nahmen neue literarische Maßstäbe Gestalt an, die die indische Literatur noch heute in hohem Maße prägen.

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DIE TAMIL-LITERATUR

Als einzige unter den indischen Literaturen entstand die Tamil-Literatur nachweislich unabhängig vom Vorbild des Sanskrit. Anthologien weltlicher Lyrik über die Themen Krieg und Liebe sowie die Grammatik und Poetik der Tamil-Literatur (Tolkappiyam) datierte man ursprünglich weit zurück in die Frühzeit der Literatur; heute geht man davon aus, dass sie erst um das 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden sind. Im 2. Jahrhundert n. Chr. entstanden zwei der berühmtesten Kunstepen dieser Epoche, das hinduistische Epos Shilappatikaram von Ilankovadigal und dessen buddhistisches Gegenstück Manimekalai von Kula Vanigan Sattanar. Zwischen dem 6. und dem 9. Jahrhundert liegt die Entstehungszeit vieler in Tamil verfasster und an verschiedene Gottheiten gerichtete Preislieder, die bereits auf die indische Bhakti-Tradition (siehe unten) verweisen.

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FRÜHE NEUINDISCHE LITERATUREN

Mit der Entwicklung der Regionalsprachen ließ der Einfluss des Sanskrit als Literatursprache nach. Die ersten literarischen Werke, die in den auch von der Bevölkerung gesprochenen neuindischen Sprachen verfasst wurden, entstanden um 1200. Davor waren sämtliche Schriften in Sanskrit oder einer der unter der Sammelbezeichnung Prakrit zusammengefassten Dialekte im Norden bzw. in Tamil im dravidisch geprägten Süden verfasst worden.

4.1

 

Der Einfluss der Sanskrit-Epen

Die erste Phase der in neuindischen Sprachen abgefassten Literatur endete etwa um das Jahr 1500. Bis dahin orientierten sich sämtliche bedeutenden literarischen Werke in allen Regionalsprachen inhaltlich stark an den Sanskrit-Epen und den Puranas. Eine Vielzahl der mundartlichen Versionen und Bearbeitungen des Ramayana und des Mahabharata sowie des Bhagavatapurana entstanden in diesem Zeitraum. So datiert das erste in Malayalam (einer dravidischen Sprache) verfasste Werk, eine Version des Ramayana, etwa aus dem 13. Jahrhundert.

4.2

 

Themenkreise außerhalb der Sanskrit-Literatur

Auch andere Themenkreise fanden Eingang in die mittelalterliche indische Literatur. Viele der frühen, in neuindischen Sprachen abgefassten Werke waren sektiererischen Inhalts und dienten der Verbreitung bzw. dem Lob unorthodoxer regionaler Glaubensrichtungen. Ein Beispiel hierfür ist die buddhistische Liedersammlung Caryagiti mit tantrischen Dichtungen (siehe Tantra); das Werk stammt aus der Zeit zwischen 1 000 und 1 200 und ist das älteste erhaltene Werk der bengalischen Regionalliteratur. Auch das Marathi-Prosawerk Lilacarita (um 1280) über die Worte und Werke des Gründers der Mahanubhava-Sekte gehört zu dieser Kategorie literarischer Werke. In Kannaresisch (Kannada) und in Gujarati entstanden ab dem 10. bzw. dem 13. Jahrhundert die ersten von Bewohnern dieser Landesteile abgefassten jainistischen Romanzen. Die Dichter gaben vor, das Leben jainischer Heiliger zu beschreiben, tatsächlich aber erzählten sie volkstümliche Geschichten aus der Sanskrit- und Pali-Literatur nach.

Barden aus Rajastan verfassten Dichtungen über das Rittertum und den heldenhaften Widerstand gegen die erstmals in Indien einfallenden Muslime, so z. B. das Heldenepos Prithiraj-raso von Cand Bardai aus Lahore aus dem 12. Jahrhundert. In Ostbengalen entstanden Geschichten und Balladen mit volkstümlichem Inhalt.

Später entwickelten sich bedeutende religiös geprägte Teilliteraturen, die im Zusammenhang mit bestimmten regional verbreiteten Philosophien und Sekten standen. So befassten sich Texte der Tamil-Literatur aus dem 13. bis 15. Jahrhundert mit dem Gedankengut der mittelalterlichen hinduistischen Shaivasiddhanta-Sekte. Daneben existierten die in Kannada abgefassten Werke der Lingayats (einer hinduistischen Sekte, die Shiva verehrte), die insbesondere die Vacanas, knappe poetische Sinnsprüche von Basava, dem Sektengründer aus dem 12. Jahrhundert und seiner Jünger, enthielten. Hinzu kamen tantrische Texte, die hauptsächlich im Nordosten Indiens entstanden und aus denen später Gattungen wie die mangala-kavya in Bengalen hervorgingen. In dem Werk wurde Gottheiten wie Manasa (einer Schlangengöttin) oder anderen, zumeist regional verbreiteten Formen des weiblichen göttlichen Prinzips Devi (siehe Hinduismus) gehuldigt.

Von höchster Bedeutung für die gesamte spätere indische Literatur waren die ersten in Umgangssprache verfassten literarischen Zeugnisse der nordindischen Kulte um die Gottheiten Krishna und Rama. Die Geschichte Krishnas entwickelte sich als Bestandteil der Sanskrit-Literatur aus dem Epos Mahabharata über die Bhagavatapurana hin zu der im 12. Jahrhundert entstandenen Dichtung Gitagovinda (Gesang des Kuhhirten) des bengalischen Dichters Jayadeva. Um etwa 1400 verfasste der Dichter Vidyapati Thakur eine aus über 1000 Liebesgedichten bestehende Sammlung in Maithili (einem neuindoarischen Dialekt). Diese Werke beeinflussten wesentlich den Radha-Krishna-Kult in Bengalen und die gesamte mit diesem in Zusammenhang stehende religiös-erotische Literatur.

4.3

 

Die Bhakti-Tradition

Unter den hinduistischen Mystikern Caitanya in Bengalen und Vallabhacharya in Mathura kam der Radha-Krishna-Kult zu voller Blüte. Wesentlich für diese Entwicklung war die Bhakti-Lehre. Der Begriff Bhakti steht für die Liebe zu einem persönlichen Gott, die sich in einer grundlegend anderen Form äußert, als dies in den Ritualen des Brahmanismus der Fall ist. Die intensive Gottessehnsucht ähnelt dem Verlangen Liebender oder den Empfindungen eines von der Mutter getrennten Kindes. Bhakti steht damit für alle Formen der menschlichen Liebe. Obgleich sich diese Haltung bereits im Werk der tamilischen Alvar (Gruppe von zwölf Hymnendichtern, die zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert ekstatische Hymnen zu Ehren des Gottes Vishnu dichteten) abzuzeichnen begann, kam die Bhakti-Lehre wohl erst mit den islamischen Sufi-Mystikern zu so großer Bedeutung, dass sie ab dem späten 15. Jahrhundert alle Bereiche des intellektuellen und religiösen Lebens in Indien durchdrang. Die Grundhaltung wurde in den einzelnen Regionen zu unterschiedlichen Ausprägungen entwickelt. Außer in den Schriften der Verfechter des Radha-Krishna-Kultes richtete sich die Bhakti-Dichtung an Rama (eine Inkarnation Vishnus), was insbesondere in den in Avadhi (einem Osthindi-Dialekt) abgefassten Werken des Dichters Tulsidas zum Ausdruck kommt. Sein Epos Rāmcaritmānas (Der heilige See der Taten Ramas), das zwischen 1574 und 1577 entstand, erlangte im gesamten nordindischen Gebiet, in dem Hindi-Dialekte gepflegt wurden, den Status einer maßgeblichen und häufig zum Vortrag gebrachten Version des Ramayana. Die ersten Gurus oder Begründer der Sikh-Religion, insbesondere Nanak und Arjun, verfassten Bhakti-Hymnen, die den Gottheiten ihrer Sekte gewidmet waren. Ihre Schriften sind die ersten Zeugnisse der Panjabi-Literatur und sind Teil des Adi Granth, des ersten Buches des heiligen Schrifttums der Sikhs, das in seiner Urfassung von Arjun im Jahr 1604 zusammengestellt wurde.

In anderen Regionen Indiens wurden im 16. Jahrhundert Bhakti-Verse für andere Gottheiten verfasst. So waren die lyrischen Dichtungen der Rajastani-Prinzessin und Dichterin Mira Bai Krishna gewidmet, ebenso die dichterischen Werke des Gujarati-Dichters Narsimha Mehta.

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INDISCHE LITERATUREN NACH 1500

Zwischen etwa 1500 und 1800 wurden die traditionellen Sanskrit-Epen immer wieder neu bearbeitet. Mit der Entwicklung des Urdu, einem persisch beeinflussten Hindi-Dialekt, bildete sich die Urdu-Literatur heraus. Persische Literaturformen gingen verstärkt in die indische Literatur ein.

5.1

 

Traditionelle Themen

Im 16. Jahrhundert schrieb Jagannath eine Oriya-Version des Bhagavata, und Tuncattu Eruttacchan, der auch als Vater der Malayalam-Literatur bezeichnet wird, erstellte revidierte Fassungen traditioneller Texte. Hinzu kamen, insbesondere im Laufe des 18. Jahrhunderts, bewusste formale und metrische Imitationen der Sanskrit-Dichtung sowie ein an diese angelehntes Vokabular in den Werken der so genannten Pandita, der „gelehrten” Dichter oder der Hofdichter wie jener im Königreich Vijayanagara, wo Telugu gesprochen wurde. Geschichtliche Ereignisse bildeten den Inhalt der im 18. Jahrhundert in Assamesisch und Marathi abgefassten Prosachroniken, Balladen und Volksschauspielen, bei denen Tanz und Gesang eine wichtige Rolle spielten.

5.2

 

Urdu-Literatur

Ab dem 17. Jahrhundert begann die Blütezeit der Urdu-Literatur. Urdu, eine junge Sprache, die in der Gegend um Delhi gesprochen wurde, ähnelt dem Hindi und verwendet zahlreiche Lehnworte aus dem Arabischen und dem Persischen. Die Urdu-Dichter verfassten ihre Verse zumeist in gebräuchlichen persischen Formen; für Liebesdichtungen wurden in der Regel Ghaseln verwendet, ferner griffen sie auf eine islamisch geprägte Form der Bhakti-Literatur zurück. Mesnewi war die für Erzählgedichte übliche Form, während Marsia für Elegien verwendet wurde. Schriftliche Zeugnisse in Urdu gab es erstmals in den islamischen Reichen des Dekkan (Landschaft Vorderindiens); aus Experimenten resultierende literarische Neuerungen wurden dort bereitwilliger aufgenommen, die orthodoxe Literatursprache, das Persische, war weniger dominant. Bahnbrechend für die Lyrik in Urdu war das Werk des Dichters Wali (1668-1744). Unter dem Eindruck seines Schaffens setzte sich Urdu als Literatursprache sowohl in Delhi wie auch in Lucknow durch. Die Dichtungen der Poeten Mir Taqi und Mirza Asadullah Ghalib stellen Höhepunkte der Urdu-Lyrik dar. Die Urdu-Dichter stammten zumeist aus gebildeten städtischen Familien; einige von ihnen bedienten sich jedoch der Sprache der Volksdichtung. Diese Tendenz zeigte sich insbesondere in den in Panjabi, Pushtu, Sindhi und anderen Regionalsprachen abgefassten Werken.

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DIE MODERNE

Dichter wie Ghalib lebten und schufen ihre Werke während der britischen Kolonialzeit, einer Epoche, in der sich aufgrund des Einflusses westlichen Gedankengutes in ganz Indien eine literarische Revolution vollzog, die sich auch in den jeweiligen Regionalsprachen manifestierte. Mit den christlichen Missionaren kam nicht nur die Druckerpresse als technische Neuerung nach Indien, sondern auch westliche Bildungsnormen gewannen an Einfluss. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in den großen Hafenstädten Bombay, Kalkutta und Madras eine literarische Prosa, die die Gattungen Roman, Kurzgeschichte, Essay und Drama umfasste (wobei sich in letzterem klassische Sanskrit-Traditionen mit westlichen Strukturen vermengten). Hinter dieser Entwicklung trat die Bedeutung der bis dahin in Indien gebräuchlichen Dichtungsformen nach und nach in den Hintergrund. Die nördlichen Landesteile, insbesondere Delhi und Umgebung sowie die Region Uttar Pradesh, wurden erst relativ spät von dieser Entwicklung erfasst. Da in den muslimischen Gebieten westliche Vorstellungen größtenteils ignoriert wurden, blieb die Urdu-Literatur von der neuen Entwicklung weitgehend unbeeinflusst. So pflegten die Urdu-Dichter weiterhin die traditionellen Formen der Dichtung, während bengalische Lyriker sich an englischen Vorbildern orientierten.

Im Verlauf der letzten 150 Jahre trugen zahlreiche Schriftsteller, die ihre Werke in den 15 Hauptsprachen (darunter auch Englisch) verfassten, zur Entwicklung der modernen indischen Literatur bei. Am stärksten manifestierte sich der westliche Einfluss in der bengalischen Literatur, die deshalb heute eine höhere Diversifizierung aufweist als die anderen Teilliteraturen Indiens. Einer ihrer führenden Vertreter ist der Dichter und Philosoph Rabindranath Tagore, der 1913 als erster indischer Schriftsteller mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Viele seiner Werke übertrug er selbst ins Englische.

In andere Sprachen übersetzt wurden auch die Schriften zweier weiterer bedeutender Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der islamische Politiker und Dichter Sir Mohammed Iqbal verfasste seine Werke ursprünglich in Urdu und Persisch. Mohandas Karamchand Gandhi brachte unter dem Titel Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit zwischen 1927 und 1929 seine Autobiographie heraus; das Werk gehört zur Gujarati-Literatur und gilt heute als Klassiker.

Der größte Teil der im 20. Jahrhundert entstandenen indischen Literatur ist nicht in Übersetzungen verfügbar; dennoch wurden etliche indische Schriftsteller, die ihre Werke in englischer Sprache publizieren (indoenglische Literatur), in der westlichen Welt bekannt. Zu ihnen gehört Mulk Raj Anand, der sich in seinen frühen Romanen Cooli (1933, Kuli) und Untouchable (1935, Die Unberührbare) gesellschaftskritisch äußerte. Die Romane und Erzählungen des Schriftstellers Rasipuram Krishnaswami Narayan spielen in einer fiktiven südindischen Kleinstadt. Das erste seiner zahlreichen Werke trug den Titel Swami and Friends (1935); zu seinen neueren Publikationen zählen die Romane The English Teacher (1980), The Vendor of Sweets (1983) und Under the Banyan Tree (1985). Zur jüngeren Generation der indischen Gegenwartsautoren, deren Werke einen Hang zur nostalgischen Betrachtung der Vergangenheit aufweisen, gehört Anita Desai mit ihren Romanen Clear Light of Day (1980, Im hellen Licht des Tages). In ihrem Romanwerk In Custody (1984, Der Hüter der wahren Freundschaft) erzählt sie die Geschichte eines Lehrers, dem seine Faszination von der Dichtkunst zum Verhängnis wird. Ved Mehta lebt zwar bereits seit langem in den Vereinigten Staaten, setzte sich jedoch in einer Reihe autobiographischer Romane mit seiner indischen Herkunft auseinander und beschreibt seine Ausbildung an indischen und amerikanischen Blindenschulen in Indien; zu seinen Werken zählen Vedi (1982) und Sound Shadows of the New World (1986). Einblick in das Leben muslimischer Inder geben die Werke Ahmed Alis’ (Twilight in Delhi, 1940) und Salman Rushdies, der seit 1961 in England lebt. In seinem Roman Midnight Children (1981, Mitternachtskinder) schilderte er die Entwicklung Indiens und Pakistans nach der Unabhängigkeit. Aufsehen insbesondere in der muslimischen Welt erregte sein Roman The satanic verses (1988, Die satanischen Verse). Das Werk wurde von islamischen Fundamentalisten als blasphemisch kritisiert; die Erregung gipfelte darin, dass Ayatollah Khomeini alle Muslime zur Ermordung Rushdies aufrief.

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